Mittwoch, 17. November 2010

Selbstständigkeit: Abrechnung, Bezahlung & Zeitmanagement

Wer sich entscheidet, sich selbstständig zu machen, sollte sich bei der Kalkulation von Angeboten genaue Gedanken zu den Stundensätzen machen. Vie viel muss ich verdienen, wie viel kann ich verdienen? Vor allem aber: Wie viel verdiene ich wirklich und wann?

In einem älteren Blogeintrag habe ich bereits über Preise geschrieben. Hier will ich ein bisschen die Verwaltung und Abrechnung unterstreichen. Wenn ich ein Angebot stelle, lege ich meine zu erwartenden Aufwände zu grunde. Generell muss ich aber noch bedenken, dass ich auch mal Acquise mache und Zeit in Projekte stecke, die ich später nicht gewinne. Man spricht hier von Leerkilometern. Wie viele das sind, lässt sich nicht pauschal sagen, hier muss und sollte man seine eigenen Erfahrungen sammeln.

Zeitaufzeichnung
Genaue Zeitaufzeichnung: Es zunächst aussieht wie ein Zeitdieb und viele viele Nerven kostet, ist in Wirklichkeit ein ganz wichtiger und hilfreicher Punkt. In einem Excel Dokument sollte man aufschreiben, wie viel Zeit für welches Projekt verwendet wurde und pro Projekt unterscheiden, welche Tätigkeit man erbracht hat. Acquise, Kundenkommunikation / Projektmanagement, Planung, Umsetzung, Support. Da meist nur Planung und Umsetzung bezahlt werden, sollte man sich ansehen, wie viel die übrigen Leistungen ausmachen und die mit einrechnen.

Supportvertrag, Wartungsvertrag
Laufen viele Stunden in den Support, lohnt es sich, mit dem Kunden über einen Wartungsvertrag zu sprechen. Die Zeitaufzeichnung ist dafür der Türöffner: Man kann dem Kunden genau sagen, wann man welchem Mitarbeiter zu welchem Thema wie lange geholfen hat. So sieht der Kunde schnell ein, dass es hier um Aufwände in einer größe geht, die man nicht kostenlos hergeben kann. Ein Wartungsvertrag wird Jährlich gezahlt und garantiert dem Kunden, dass all seine Probleme bearbeitet werden. Dem Dienstleister sichert es ein regelmäßiges Einkommen.

Stundenpool
Besser als pauschale Wartungsverträge kommen bei Kunden Stundenpools an: Man bietet eine Anzahl von Stunden für bestimmte Tätigkeiten wie z.B. Wartung an, die der Kunde beauftragt und vorab zahlt. Die Aufwände, die für Support anfallen, werden dann über den Stundenpool bezahlt. Bleibt ein Rest, kann dieser mit der Umsetzung von neuen Features oder sonstigem verrechnet werden.

Zeitpunkt der Bezahlung
Kleinere Projekte < 5.000 € werden normalerweise in einem Stück bezahlt. Bei größeren, kann eine Anzahlung vereinbart werden. Sind es Projekte über einen sehr langen Zeitraum, sollten Teilzahlungen vereinbart werden, damit man über den Zeitraum der Entwicklung die eigenen Kosten decken kann.